Zeittafeln

Arbeit ist eine wesentliche Dimension der menschlichen Geschichte. Sie ist eng verwoben mit Technik, Wissenschaft, Kommunikation, Herrschaft und Alltagsleben. Basis für die Arbeit des IGZA ist daher ein Grundverständnis der zeitlichen Struktur der menschlichen Geschichte und der wichtigsten Dimensionen, mit denen die menschliche Arbeit verknüpft ist.

Im Anschluss an die sich stark entwickelnde globale Geschichtsdarstellung unterteilen wir die Geschichte der Arbeit in vier Abschnitte:
⦁    Jäger und Sammler,
⦁    Agrargesellschaften,
⦁    Kapitalismus und
⦁    Zukunft der Arbeit.

Die Vorgeschichte der Arbeit (Jäger und Sammler) kann noch unterteilt werden in die Entwicklung der Hominiden (2,5 Mio. Jahre bis 200 T) und die frühe Phase des Homo Sapiens (200 T bis ca. 14 T). Die Agrar-Gesellschaften sind zu unterteilen in frühe und imperiale Agrargesellschaften.

Die kapitalistische Epoche wird vorbereitet durch die Herausbildung ihrer verschiedenen konstitutiven Elemente – wie Markt- und Geldwirtschaft, Handels- und Finanzkapital, Manufaktur und Lohnarbeit, Technik und Wissenschaft sowie Rechtinstitutionen zum Schutz des Privateigentums – von ca.    1000 bis 1700, zunächst weitgehend parallel in Europa und China, seit 1 600 beschleunigt in Westeuropa. Diese vorbereitende Inkubationsphase wird von einigen HistorikerInnen Proto-Kapitalismus genannt.

Es ergeben sich damit vier Zeitfenster mit jeweils zwei Unterabschnitten; die überlappenden Zeiträume zeigen die Übergangs-Zeiten der Epochen:

⦁    Jäger und Sammler: 2,5 Millionen – 200 000 – 16 000
⦁    Frühe und imperiale Agrargesellschaften: 16000 – 4000 – 1900 n. Chr.
⦁    Proto-Kapitalismus und Kapitalismus: 1000 – 1800 – 2100
⦁    Gegenwart und Zukunft der Arbeit: 2000 – 2100

Die Dimensionen mit denen die menschliche Arbeit in Wechselwirkung steht sind Technik, Wissenschaft, Herrschaft, Kommunikation, Alltagskultur, Wirtschaft, Energie, Bevölkerung und Klima. Diese Themenfelder bilden in Kombination mit den acht Zeitabschnitten eine Matrix menschlicher Arbeit von der Ur- und Frühgeschichte über die Gegenwart bis in die Zukunft.


Diese Matrix wird in einem ersten Schritt mit mindestens 200 „Ereignissen“ gefüllt, die die wesentlichen Meilensteine der jeweiligen Dimensionen und Epochen bezeichnen. Jedem Ereignis werden Texte, Bilder, Grafiken, Videos etc. zugeordnet.

In späteren Schritten sollen die Ereigniszahl erweitert und Längs- und Querschnitts-Verknüpfungen hergestellt werden.

Als NutzerInnen hat das Projekt WissenschaftlerInnen sowie eine allgemein interessierte Öffentlichkeit im Blick – individuell, in Workshops, in Ausstellungen oder Schulen.

Interessierte ForscherInnen aus den Bereichen der Ökonomie, Geschichts- und Sozialwissenschaften sowie der Anthropologie, die analog zu Wikipedia einen Beitrag zum Ausbau der Zeittafeln leisten wollen, werden zur Mitarbeit eingeladen. Betreut wird das Projekt von dem Historiker Jürgen Schmidt und den Ökonomen Cornelius Markert und Horst Neumann.