Matrix der Arbeit

Matrix der Arbeit

– Projekt 1 –

Arbeit ist eine wesentliche Dimension der menschlichen Geschichte. Sie ist eng verwoben mit Technik, Wissenschaft, Kommunikation, Herrschaft und Alltagsleben. Basis für die Arbeit des IGZA ist daher ein Grundverständnis der zeitlichen Struktur der menschlichen Geschichte und der wichtigsten Dimensionen, mit denen die menschliche Arbeit verknüpft ist.

Im Anschluss an die sich stark entwickelnde globale Geschichtsdarstellung unterteilen wir die Geschichte der Arbeit in vier Abschnitte:

  • Wildbeuterei,
  • Agrikulturgesellschaften,
  • Kapitalistische Marktwirtschaft und
  • Zukunft der Arbeit.

Die Vorgeschichte der Arbeit (Wildbeuterei: Jagen, Sammeln und Weiterverarbeiten) kann noch unterteilt werden in die Entwicklung der Hominiden (3 Mio. Jahre bis 300 000 vh) und die frühe Phase des Homo Sapiens (300 000 bis ca. 10 000 vh). Die Agrikulturgesellschaften sind noch zu unterteilen in frühe und hierarchische Gesellschaften mit dem Übergang in die Hierarchie ab 5 000 vh.

Die kapitalistische Epoche wird vorbereitet durch die Herausbildung ihrer verschiedenen konstitutiven Elemente – wie Markt- und Geldwirtschaft, Handels- und Finanzkapital, Manufaktur und Lohnarbeit, Technik und Wissenschaft sowie Rechtinstitutionen zum Schutz des Privateigentums – bis etwa 1770, zunächst weitgehend parallel in Europa und China, seit 1600 beschleunigt in Westeuropa. Ab 1770 beginnt, ausgehend von England, die Epoche der kapitalistischen Marktwirtschaft und Industrialisierung.

Es ergeben sich damit vier Zeitfenster mit jeweils zwei Unterabschnitten; die überlappenden Zeiträume zeigen die Übergangszeiten der Epochen:

  • Wildbeuterei: 3 Millionen – 300 000 – 10 000 vh
  • Frühe und hierarchische Agrikulturgesellschaften: 10 000 vh – 5 000 vh – 1900 ce
  • Arbeit im Kapitalismus: 1000 – 1800 – 2100 ce
  • Gegenwart und Zukunft der Arbeit: 2000 – 2100 ce

Die Dimensionen, mit denen die menschliche Arbeit in Wechselwirkung steht, sind Technik, Wissenschaft, Herrschaft, Kommunikation, Alltagskultur, Wirtschaft, Energie, Bevölkerung und Klima.

Diese Themenfelder bilden in Kombination mit den acht Zeitabschnitten eine Matrix menschlicher Arbeit von der Ur- und Frühgeschichte über die Gegenwart bis in die Zukunft.

Matrix der Arbeit

Diese Matrix wird in einem ersten Schritt mit rund 400 „Ereignissen“ gefüllt, die die wesentlichen Meilensteine der jeweiligen Dimensionen und Epochen bezeichnen. Jedem Ereignis werden Texte, Bilder, Grafiken, Videos etc. zugeordnet. In späteren Schritten sollen die Ereigniszahl erweitert und Längs- und Querschnittsverknüpfungen hergestellt werden.

Zur Zeit wird in Zusammenarbeit mit der Leipziger Apps-Factory eine Online-Version der Zeitafeln erstellt, die das Navigieren in der Geschichte der Arbeit erlaubt. Eine erste Version wird voraussichtlich 2023 zugänglich sein.

Im Herbst 2022 wird im J.H.W. Dietz-Verlag das 5-bändige Buch „Matrix der Arbeit – Materialien zur Geschichte und Zukunft der Arbeit“ mit Analysen, Thesen, Tabellen, Grafiken und Zeittafeln erscheinen.

Als NutzerInnen sind WissenschaftlerInnen sowie eine allgemein interessierte Öfentlichkeit im Blick – individuell, in Workshops, in Ausstellungen oder Schulen.

Interessierte ForscherInnen aus den Bereichen der Ökonomie, Geschichts- und Sozialwissenschaften sowie der Anthropologie, die analog zu Wikipedia einen Beitrag zum Ausbau der Zeitafeln leisten wollen, werden zur Mitarbeit eingeladen. Betreut wird das Projekt von den Ökonomen Cornelius Markert und Horst Neumann und dem Historiker Jürgen Schmidt.