IAB-Colloquium Nürnberg
Deutschland 2070: Arbeitsmarkt, Demografie und Produktivität
Im Anschluss an die Eröffnung der Wanderausstellung in der Agentur für Arbeit, wurden Herr Dr. Cornelius Markert, (Geschäftsführer des IGZA) und Marc Amlinger (IGZA), eingeladen, am IAB-Colloquium teilzunehmen. In ihrem Vortrag widmeten sich die beiden den langfristigen Perspektiven Deutschlands bis zum Jahr 2070 und beleuchteten zentrale Entwicklungen und Herausforderungen in den Bereichen Arbeitsmarkt, Demografie und Produktivität.
Denn, in den nächsten 50 Jahren werden Arbeitsmarkt und Wohlstand in Deutschland und Europa geprägt sein vom Austritt der Babyboomer-Generation aus dem Erwerbsleben. Unter sonst gleichen Bedingungen wird das BIP je EinwohnerIn aufgrund des demografischen Wandels bis 2070 um 6.000 Euro sinken – von heute 46.000 auf 40.000 Euro. Langfristige Wanderungssalden von + 250.000 Personen pro Jahr könnten diesen Rückgang nur um 2.000 Euro ausgleichen, ein Anstieg der Erwerbsquote auf 85 Prozent um 4.000 Euro.
Den entscheidenden Lösungsbeitrag kann nur eine Erhöhung der Arbeitsproduktivität bringen: Schon ein jährliches Wachstum der Stundenproduktivität von 1 Prozent könnte eine Steigerung des BIP je EinwohnerIn bis 2070 um 24.000 Euro bewirken. Ziel für die nächsten Jahrzehnte sollte eine Innovations- und Produktivitätsinitiative sein, die von guter Arbeit, einer gerechten Verteilung der Produktivitätsgewinne und ökologischer Nachhaltigkeit begleitet wird.
Die Annahmen zu zukünftigen Produktivitätspotenzialen basieren auf Schätzungen branchenspezifischer Einsparpotenziale der notwendigen Arbeitszeit. Sie sind Teil eines Projekts zur empirischen Erfassung des Automatisierungsgrades in unterschiedlichen Tätigkeiten, Fertigungsabschnitten und Wirtschaftsbereichen.

